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Wenn der Spieltrieb so groß wie das Instrument ist.....
Vor nunmehr 20 Jahren sei das Ensemble als Maßnahme gegen die Einsamkeit des Tubisten im Sinfonieorchester entstanden; so Gründungsmitglied Heiko Triebener am letzten Samstag in Lennep. Dass diese Maßnahme nach so langer Zeit und bei starker geographischer Zerstreuung der Teilnehmer immer noch greift, ist wohl der besonderen Zusammensetzung des Quartetts zu verdanken. Hier treffen gestandene Musiker aufeinander, die nach geleistetem Orchesterdienst voller großer Spannungsbögen und sinfonischen Klangorgien einfach noch nicht ausgelastet sind. Das „Kind im Manne“ verlangt nach musikalischen Schmankerln, technischen Bravourstückchen und ein (bisschen trotzig ?) nach der Gelegenheit zu zeigen, was noch so alles „drin“ ist. Mit Hartmut Müller, Heiko Triebener, Jörg Wachsmuth und Uli Haas haben sich Persönlichkeiten gefunden, die mit Lebenslust, Humor und gewaltigem Spieltrieb tatsächlich die Musik spielen, von der sie immer geträumt haben. Schon dafür verdienen sie großen Respekt!
Mit launigen Moderationen ergänzen sie ihre - oft szenisch gestalteten - Darbietungen und machen so aus jedem Kabinettstückchen ein Event. Ihr Publikum, das von Kindern im Grundschulalter bis zu deren (Ur-) Großeltern reicht, dankt es ihnen begeistert und fasziniert.
Dabei überspielen die vier Herren Tubisten souverän die eigentlichen Herausforderungen des Programms wie z.B. die häufigen Instrumentenwechsel. Immerhin sind bis zu 10 Tuben verschiedenster Größe und Stimmung im Spiel. Oder die Meisterung des persönlichen Sauerstoffhaushalts nach einem - musikalisch leicht anmutendem - Kraftakt mit über 5 Metern Luftsäule im Instrument.
Im Jubiläumsprogramm überwiegen gerne und oft gespielte Highlights, die in anderem Zusammenhang vielleicht eher als Zugabe erklängen. Von gesunder Selbstbeobachtung zeugt da die Einsicht, dass ein Klangfarbenstück wie „Peter und der Wolf“ auf vier gleichartigen Instrumenten seinen Sinn verfehlen würde. So wurde kurzerhand „Pitti und der weiße Hai“ daraus; submarin überzeugend gesprochen vom Textautor Johannes Weigand. Wohltuend gegen die Übermacht der (durchaus gelungenen) Bearbeitungen hob sich das einzige Originalwerk dieses Programms ab. In Anwesenheit des Komponisten Lutz Werner Hesse erklangen „kind of variations“ und „kind of landscapes“ , die ihre musikalische Tücken unter einer eingängigen Oberfläche geschickt maskierten. Sowohl der melodisch-klangliche wie auch der rhythmisch-energetische Aspekt des Tuba-Klangs kam hier zur vollen Geltung.
Dass mittlerweile 4 CDs und an die 30 publizierte Arrangements auf dem Markt sind, dass zeitgenössische Komponisten speziell für diese Besetzung schreiben, dass aus dem virtuosen Kuriosum inzwischen eine anerkannte Besetzungsform geworden ist – all dies nehmen die Musiker des Melton Tuba Quartetts gerne hin. Trotzdem wirkt es überzeugend, wenn sie bekennen: „Wir wollen eigentlich nur spielen und Spaß haben!“ .
Für die Zukunft sei ihnen (und uns) das gegönnt.
Hilke Romann
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