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Anspruchsvolles Ensemble-Seminar in idealer Umgebung
Fortbildung für tiefe Blechbläser in Trossingen
Vom 7. bis 11. Januar 2008 fand in der Bundesakademie für Musikalische Jugendbildung das Seminar für Tuba, Tenorhorn und Bariton/Euphonium statt. Diese überregionale Fortbildung fand in Zusammenarbeit mit der Bundesakademie, dem Verband deutscher Musikschulen und dem Deutschen Tubaforum e.V. statt. Dozenten waren Prof. Stefan Heimann, Württembergisches Staatsorchester und Hochschule für Musik Stuttgart, Hans-Reiner Schmidt (RSO Frankfurt, Euphonium-Solist) sowie Wolfram Krumme (Komponist, Arrangeur und Vorsitzender des Deutschen Tubaforums).
Beeindruckt zeigte sich das Dozententeam schon bald vom Instrumental- und Ensemblespiel der Teilnehmer, die aus Satzführern deutscher Bundeswehrorchester sowie aus Musikschullehrern und interessierten Laien bestanden. Beim Ensemblespiel, das in diesem Jahr den Schwerpunkt des Seminars bildete, konnten so auch die Werke angegangen werden, die auf anderen Fortbildungen als nicht spielbar gelten. Originalkompositionen für große und kleine Besetzungen des tiefen Blechs sowie eigens für diesen Workshop erstellte Arrangements wurden erarbeitet und fanden den Weg ins Abschlusskonzert. Daneben war aber auch Zeit, die vielen Kompostionen und Arrangements zu testen, die sich im Besitz des Deutschen Tubaforums und der Bibliothek der Bundesakademie Trossingen befinden. Einhellige Meinung der Anwesenden war dann auch, das Ensemblespiel der tiefen Blechbläser habe einen eigenen Reiz und sollte unbedingt den Weg in den Unterricht und den Konzertsaal finden.
Neben dem praktischen Spiel im Solo und Ensemble gab es aber auch weitere Themen rund um Tuba und Euphonium: Dr. Wogram von der PTB Braunschweig referierte über die physikalischen Aspekte des Instrumentalspiels, über Akustik und Möglichkeiten des regulierenden Eingriffs bereits beim Instrumentenbau. Anschließend hatten die Teilnehmer Gelegenheit, mittels eigens für diese Musikinstrumente entwickelter Soft- und Hardware die eigenen Instrumente vermessen zu lassen. Ein auf das Mundrohr aufgesteckter Messkopf gibt Aufschluss über das Obertonspektrum, die Ansprache und sogar das Vorhandensein bzw. die Lage möglicher Störstellen im Instrument. Die umfangreiche Instrumentenausstellung der Firma FMB aus Gütersloh mit über 30 Instrumenten bot zudem Gelegenheit, neue Tuben und Euphonien längere Zeit für Sololiteratur und Ensemble zu testen.
Themen weiterer Referate waren die Neuen Medien im Unterricht (Finale, Smart Music, Band in a Box u.a.), die besonderen atemtechnischen Umstände sowie Übungen für Basstuba und Kontrabasstuba und als Beispiel für den Orchestereinsatz der Kontrabasstuba die Handlung des "Ring des Nibelungen". Als Assistent von Prof. Stefan Heimann wirkte Matthew Bookert, der gute und präzise Einblicke über die Tuba im Jazz, Pop und Rock gab.
Fazit dieser sehr kompakten und erfreulichen Woche: Das Niveau des Instrumentalspiels an tiefen Blechblasinstrumenten steigt weiter kräftig an, es gibt viele gut ausgebildete und motivierte Spieler und Lehrer, das Interesse für weitergehende Themen rund um die großen Instrumente ist so groß wie nie. Dieses großartige Seminar war aber nur möglich, weil die Teilnehmer in der Bundesakademie ideale Bedingungen vorfanden: Sowohl die räumlichen Verhältnisse mit großen Proberäumen, die Ausstattung mit neuen Medien als auch die Unterbringung und hervorragende Verpflegung mit schwäbischer Küche machen Lust, diese Akademie weitere Male zu besuchen. Nicht zuletzt sei hier auch die äußerst nette Aufnahme und Planung durch den hauseigenen Dozenten Rolf Fritsch genannt.
[Wolfram Krumme]